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Vossloh Kiepe baut neue Schwebebahn-Generation

„Es ist eine Aufgabe, wie sie nur einmal in jeder Generation bewältigt werden muss und wir sind stolz, dass die Beschaffung neuer Schwebebahnwagen uns zufällt“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der Wuppertaler Stadtwerke, Andreas Feicht. Heute, am 10. November 2011, geht diese historische Aufgabe in die nächste Phase: Ein Hersteller für die neuen Schwebebahnen ist gefunden und der Vertrag wurde unterzeichnet.

Das Düsseldorfer Unternehmen Vossloh Kiepe GmbH, Tochtergesellschaft des weltweit operierenden Verkehrstechnologie-Konzerns Vossloh AG aus Werdohl, wird die nächste Serie des weltberühmten Verkehrsmittels liefern. Die Düsseldorfer sind insbesondere auf umweltfreundliche Nahverkehrsfahrzeuge spezialisiert. Die Endmontage der Fahrzeuge wird im Werk von Vossloh Rail Vehicles in Valencia/Spanien erfolgen.

Bei der Vertragsunterzeichnung: Andreas Bunse (Geschäftsführer Vossloh Kiepe; sitzend, links), Andreas Feicht (Vorsitzender Geschäftsführung WSW mobil GmbH; sitzend, rechts), Markus Schlomski (Arbeitsdirektor WSW mobil GmbH; stehend, links), Ulrich Jaeger (Geschäftsführer WSW mobil GmbH; Mitte), Ulrich Lauel (Geschäftsleitung Bahnsysteme Vossloh Kiepe; rechts)

31 Fahrzeuge werden für 122 Millionen Euro bis Ende 2015 ausgeliefert werden und die Vorgängerserie aus den 70er Jahren ersetzen. „Bei der Finanzierung gilt der Dank dem VRR, der die Investitions-Mehrkosten gegenüber herkömmlichen Bahnen mit 20 Millionen Euro zusätzlich fördert“, erklärt Feicht.

Das Fahrzeugdesign der Berliner Designspezialisten büro+staubach wird in den neuen Schwebebahnen im Wesentlichen erhalten bleiben. Von Außen prägen vor allem die dunklen Fensterbänder das Aussehen der neuen Wagen. Ebenso neu wird die Ausgestaltung des Hecks anmuten, da hier ein bodentiefes Fenster den Blick auf die Wupper ermöglicht – ein Lieblingsplatz, nicht nur für Touristen. Vom Tisch ist dagegen die Verkleidung der Drehgestelle, einerseits um Gewicht zu sparen, aber auch dem Wunsch vieler Bahn-Fans folgend, die sich einen freien Blick auf die Technik wünschten.

Das Innere des Fahrzeugs wird heller und optisch größer erscheinen. 46 gepolsterte Holzsitze werden die Plastikschalen ablösen, eine LED-Beleuchtung für Helligkeit sorgen. Auch die Fenster können geöffnet werden, ohne dass dies das Außendesign stört. Außerdem werden die Fahrzeuge eine Teilklimaanlage erhalten, die vorrangig die hohe Luftfeuchtigkeit reduzieren soll, damit das persönliche Wohlbefinden gesteigert werden kann. Die Zeiten mit feuchten und beschlagenen Fenstern sind damit passé. Eins dürfte ebenfalls alle freuen – die neue Bahn wird leiser werden.

Eine wesentliche Neuerung im technischen Bereich ist die Einführung von Drehstrommotoren, die nicht nur eine ruckfreie und zügigere Beschleunigung ermöglichen, sondern auch nahezu verschleißfrei arbeiten und so Wartungskosten sparen. Zudem wird die anfallende Bremsenergie ins Netz zurückgespeist und so Strom gespart. Aufgrund der erhöhten Fahrzeuganzahl, die für den Zwei-Minuten-Betrieb benötigt wird, wird die Spannung von 600 auf 750 Volt gesteigert.

Nun steht zunächst die Erstellung des Pflichtenheftes an, das alle Einzelheiten rund um das Fahrzeug beschreibt, dann geht es im kommenden Jahr an die Konstruktion des aus Aluminium-Strangpress-Profilen verschweißten Wagenkastens, der Drehgestelle sowie der vollständigen Innenausstattung. Die Auslieferung des ersten Fahrzeugs ist für Mitte 2014 vorgesehen. Nach einer Testphase folgt Wagen 2 im Dezember 2014, danach kommen jeweils zwei bzw. drei Fahrzeuge pro Monat nach Wuppertal. Im Dezember 2015 ist die Auslieferung des letzten Fahrzeugs vorgesehen. „Das wäre dann auch der Schlussakkord für die gesamte Erneuerung der Schwebebahn, die Jahrhundert-Aufgabe wäre vollendet“, so Feicht.